VALIDATION – Ein Weg zum Verständnis  

An Demenz erkrankte Personen sind nicht verrückt. Lediglich ihre Gedanken geraten durcheinander und diese sind daher quasi „ver-rückt“. Die Kommunikationsmethode der Validation dient für ein besseres Verständnis von Menschen, die an Alzheimer erkrankt sind.

 

 

Definition:

Validation bedeutet für gültig erklären, empathisch wertschätzen, akzeptieren & nicht verändern zu wollen
sowie die Gefühle hochbetagter, desorientierter Menschen anzuerkennen, ohne sie zu beurteilen oder in ihrem Verhalten korrigieren zu wollen. Validation ist eine Form der Kommunikation, eine Methode, dem alten erkrankten Menschen zu begegnen und ihn zu begleiten. Validation ist eine Grundhaltung in Verbindung von Techniken und Erkenntnissen aus verschieden psychotherapeutischen Ansätzen wie Freud, C.G. Jung, Maslow E. Erikson.  
Das Konzept wurde von Naomi Feil begründet.

Schließlich fällt es vielen Angehörigen und in der Pflege beschäftigten Menschen schwer, mit den für ein „gesundes“ Empfinden seltsamen oder „ver-rückten“ Verhaltensweisen oder Gesprächen umzugehen. Validation orientiert nicht in die Realität zurück, sondern holt den desorientierten Menschen dort ab wo er steht.

 

Demenz-Patienten besser verstehen lernen

Ziel der Validation ist es sich über die Gefühlswelt der betroffenen Menschen unter Berücksichtigung ihrer Biografie einen Zugang zu ihrer Erlebniswelt zu ermöglichen.

Naomi Feil formuliert dies bildlich: „Wir müssen lernen in den Schuhen des anderen zu gehen“. Menschen die dies versuchen, streben danach die Bedürfnisse zu erkennen, die hinter einer Aussage oder einem Verhalten stecken mögen. So kann sich zum Beispiel im konkreten, wenn auch irritierenden, Wunsch „nach Hause zu wollen“ - obwohl sich der Alzheimer-Patient zu Hause befindet - das Bedürfnis nach Geborgenheit ausdrücken.
 

Dabei sind drei Grundsätze wichtig:

  1. Nicht widersprechen und an der Realität orientieren, sondern akzeptieren.

  2. Mit einfühlendem Verständnis zur Seite stehen und Empathie zeigen.

  3. Echt und ehrlich in seinen Gefühlen bleiben und Selbstkongruenz ausstrahlen.

 

Techniken des Validierens nach Naomi Feil

  • Man widerspricht einem verwirrten Menschen nie und lässt sich auf seine Welt ein

  • Angehörige sollen sich von den Bedürfnissen und Gefühlen leiten lassen, die die verwirrten Menschen
    signalisieren, nicht von deren Aussagen

  • Gespräche erfolgen ruhig, klar, verständlich, wertschätzend und eindeutig

  • W-Fragen, Wie? „Wer? Was? Wo? Wie? Wann? sind ideal – vermieden wird die Frage nach dem „Warum"
    Warum verlangt eine logische Erklärung, wozu aber demenziell Erkrankte in der Regel nicht fähig sind

  • Man spricht verwirrte Menschen von vorne, auf Augenhöhe an

  • Dem Menschen mit Demenz ausreichend Zeit geben, um das Gesagte zu verstehen

  • Keine Schachtelsätze, die meist verwirrend sind, verwenden: pro Satz eine Mitteilung

  • Nonverbale Kommunikation verwenden und die eigenen Worte mit Gestik, Mimik und Tonfall intensivieren

  • Niemals lügen: ein dementer Mensch merkt jegliches „Theater spielen“

"Der Kopf ist in seiner eigenen Welt - aber das Herz wird nicht dement"

Gerne unterstütze & entlaste ich Sie im Umgang mit Ihren an Demenz erkrankten Angehörigen